energie expo rüti

20 Wochen rund um das Thema Energie

Die «energie expo rüti» löste bei vielen Aha-Erlebnisse aus

Rüti stand im Sommerhalbjahr ganz im Zeichen der Energie. Die «energie expo rüti» prägte das Dorfbild. Bäume unter freiem Himmel, eine Dauerausstellung in der Bibliothek und zahlreiche Veranstaltungen zogen das Interesse der Bevölkerung auf sich und beleuchteten Energiethemen aus unterschiedlichen Perspektiven. Interessierte Besucherinnen und Besucher lassen die Rütner «energie expo» Revue passieren.

«Nach dem Hitzesommer von 2018 kam die «energie expo rüti» genau richtig mit spannenden, inspirierenden Aktionen, die uns zum Nachahmen anregten», findet Christina Mohler. Toll fand sie den Ökotrainer – ein Velo, mit dem Gäste in der Ausstellung selber den Strom für die Zubereitung eines Smoothie produzieren konnten: «eine tolle Möglichkeit, Kinder und Jugendliche auf den Stromverbrauch aufmerksam zu machen und sie zu motivieren, sorgsam mit Strom und anderen Ressourcen umzugehen», so die Besucherin.

Dass Rüti Energiestadt ist und sogar das Goldlabel errungen hat, wissen die meisten. Was das Label allerdings bedeutet, ist vielen kaum bekannt. Ein Ziel der «energie expo rüti» war, aufzuzeigen, was der Nutzen des Labels ist, welche Massnahmen Rüti schon umgesetzt hat und was jeder Einzelne an eine nachhaltigere Energiezukunft beitragen kann. In den letzten Jahren wurden etliche Energiehighlights in Rüti umgesetzt.

Energiestadt-Vorgaben haben einen sichtbaren Einfluss auf die Gemeinde
Auf gemeindeeigenen Dächern wurden diverse Solarstromanlagen erstellt, wie beispielsweise auf dem Zentrum Breitenhof oder in der Badi. Gemeindeliegenschaften werden nach dem Gebäudestandard der Energiestadt erstellt, saniert und betrieben. Neubauten müssen beispielsweise dem Minergie-Standard entsprechen. Um weniger Energie zu verbrauchen und klimafreundlichere Energieträger einzusetzen, werden in Gemeinde-Liegenschaften Betriebsoptimierungsmassnahmen umgesetzt und Heizungen ersetzt.

Dass auch die Bevölkerung sorgsam mit den Ressourcen umgehen kann, erlebte etwa Stefan Wäspi, als er im Rahmen der «energie expo» das Trinkwasserreservoir Laufenbach besuchte: «Dieser sehr gelungene Anlass gab uns als Familie einen tollen Einblick, woher das Wasser aus unserem Wasserhahn kommt. Die wertvollen Informationen über Zulauf, Aufbereitung und Verteilung des Wassers waren sehr spannend.»

Hauseigentümer und Liegenschaftsbesitzerinnen zeigten grosses Interesse
Die Energiestadt wirkt sich teilweise auch aus, wenn private Bauprojekte geplant und realisiert werden. So gibt es Vorgaben für Arealüberbauungen, die bezwecken, erneuerbare Energien zu fördern und ihren Anteil zu steigern. Zudem sind in der Gemeinde Rüti rund 70 % des Siedlungsgebiets verkehrsberuhigte Zonen.

Die Veranstaltung über energieeffizientes Bauen und Erneuern, welche Sanierungsmassnahmen, Förderprogramme und die Nutzung erneuerbarer Energien thematisierte, war ein Publikumsmagnet. Der Teilnehmer Thomas Elmiger schätzte es besonders, dass Rüti mit der «energie expo» zum Energiesparen inspiriert und konkrete Hilfe angeboten hat. «Das fand ich sehr wichtig und wertvoll. Denn 2019 haben viele Menschen realisiert, dass das Klima kippen wird, wenn wir nicht alles in unserer Macht stehende dagegen unternehmen.».

Dauerausstellung in der Bibliothek mit spannenden Aktionen – sie öffnete vielen die Augen
Während eines halben Jahres bot die «energie expo rüti» an einer Dauerausstellung in der Bibliothek viele Aktionen und gewährte Einblicke, die bei manchen ein Aha-Erlebnis auslösten. Andreas Schacke war eine von über 100 Personen, die den EcoDrive-Simulator nutzten, um ihre Fahrweise zu überprüfen. «Ich war immer der Meinung, dass ich benzinsparend fahre, aber der Fahrsimulator hat mir gezeigt, dass ich es noch viel besser machen kann.» Der Simulator an der Ausstellung zeigte, wie man mit einem ökologischen Fahrstil 10 bis 15 Prozent weniger Treibstoff verbraucht und damit Energie und Geld spart.

Bäume als lebende Beispiele für eine positive Beeinflussung des Klimas
Unter freiem Himmel sensibilisierten Plakate die Bevölkerung. Rütner Bäume machten Werbung in eigener Sache: Sie informierten über ihren Beitrag ans Klima und an die Gesellschaft. Plakate an 40 Bäumen informierten über die Funktion von Bäumen als natürliche Klimaanlagen und Luftfilter. Ursula Salzmann beeindruckte, «dass die Gemeinde so aktiv und fantasievoll Klimaaufklärung betreibt, ohne den Mahnfinger zu erheben. Genau das ist nötig!». Sie erfuhr etwa, dass ein grosser Baum bis 500 Liter Wasser pro Tag verdunstet, dass er viel Sauerstoff produziert, Schatten spendet und bis 70% des Feinstaubs aus der Luft bindet. Salzmann war erstaunt, wie vielfältig Bäume den Alltag beeinflussen.

Die Gemeinde leistet bei der Mobilität einen aktiven Beitrag daran, Feinstaub und CO2-Emissionen zu minimieren: Auf der Strasse ersetzt sie gemeindeeigene Benzin- und Diesel-Fahrzeuge zunehmend durch alternative Antriebe. Die Gemeindewerke Rüti (GWR) fahren mit Solarstrom oder 100 % Biogas und betreiben eine Solarstrom-Tankstelle. Für geschäftliche Fahrten setzt die Gemeindeverwaltung Elektrofahrzeuge und E-Bikes ein, und auch die Hauswarte der Schulen sind mit E-Bikes unterwegs.

Dokumente und Impressionen: