GZO Spital Wetzikon: Informationsabend durchgeführt
Der Gemeinderat Rüti hat einen Informationsabend zum Kreditantrag der GZO Spital Wetzikon durchgeführt. Nebst der Information zur Vorlage, über die die Stimmberechtigten von Rüti am 30. November an der Urne abstimmen, wurden auch die Fragen aus der Bevölkerung beantwortet.
Den auführlichen Beleuchtenden Bericht zur Kreditvorlage für die Urnenabstimmung vom 30. November 2025 finden Sie hier. Hinweis: Der Beleuchtende Bericht ist auch allen Stimmberechtigten der Gemeinde Rüti zusammen mit den Abstimmungsunterlagen als Broschüre zugestellt worden.
Gemeindepräsidentin Yvonne Bürgin präsentierte die Sicht des Rütner Gemeinderats. Sie kritisierte erstens die fehlende Aufarbeitung und Verantwortung seitens GZO AG: Von den insgesamt CHF 230 Mio. seien bislang rund CHF 90 Mio. in den Neubau geflossen. Dieser sei zehn Jahre nach Baubeginn noch immer nicht nutzbar. Ebenfalls bleibe unklar, wohin die restlichen CHF 140 Mio. geflossen seien, welche die GZO AG als Darlehen aufgenommen hatte.
Zweitens kritisiert der Rütner Gemeinderat die intransparente Planung und Kommunikation der GZO AG: Bereits in den Jahren vor der Nachlassstundung habe die GZO AG die Aktionärsgemeinden kontinuierlich beschwichtigt, die finanzielle Lage sei unter Kontrolle. Der Gemeinderat dagegen habe rechtzeitig gehandelt, betont Bürgin: Bereits an Aktionärs- und Generalversammlungen habe sich Rüti substanziell eingebracht und auf die sinkende Eigenkapitalbasis hingewiesen. Diese intransparente Kommunikation bestehe bis heute: So gebe es seit Beginn der gerichtlichen Nachlassstundung widersprüchliche Aussagen zur weiteren Planung des Neubaus. Auch beim anvisierten Spitalverbund fehlten konkrete Pläne.
Drittens hat für den Rütner Gemeinderat keine der drei Säulen des Sanierungskonzepts einen überzeugenden, klaren Boden. Ob der ambitionierte Businessplan, ein Schuldenschnitt mit den Gläubigern und eine Rekapitalisierung gelingen, sei fraglich. Für eine Sanierung seien jedoch alle drei Säulen notwendig.
Viertens stellt die Rekapitalisierung der GZO AG ein finanzielles Risiko für Rüti dar. Der Rütner Anteil von CHF 6,72 Mio. müsste die Gemeinde als Kredit aufnehmen. Die Zinsen und die Rückzahlung würden den Gemeindehaushalt über Jahre belasten - selbst bei einem allfälligen Konkurs der GZO AG. Für die Spitalplanung ist zudem der Kanton zuständig - und nicht etwa die Gemeinden, so Bürgin. Eine Gemeinde trägt gemäss Zürcher Gesundheitsgesetz die Verantwortung für den Rettungsdienst. Hier besteht auch bei einem Wegfall des Spital Wetzikon Versorgungssicherheit durch den Rettungsdienst «Regio 144». Die Bevölkerung hatte am Informationsabend viele Fragen dazu gestellt.
Aus all diesen Gründen empfiehlt der Rütner Gemeinderat den Stimmberechtigten, den GZO-Kreditantrag abzulehnen.